Ich hatte den ehrvollen Auftrag, für meinen Verwandten eine Ein-Mann-KMU-Storage Lösung zu evaluieren. Da seine Dropbox vollläuft und die Daten doch lieber Zentral liegen sollen, habe ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Lösung gemacht. Bei PCP.ch wurde ich zuerst fündig, die hatten ein Netgear ReadyNAS als Aktion. Soweit ich im Netz Infos finden konnte, wäre das sicher keine schlechte Wahl gewesen. Ich wollte mich aber Vor-Ort noch kurz schlau machen, bevor eine solche Investition getätigt wird. Und siehe da, aktuell haben Sie ein NAS von Fujitsu im Angebot. Ich wusste ehrlich gesagt bis zu diesem Zeitpunkt nicht das es von Fujitsu ein solches Produkt gab. Ich habe mich kurz im Netz informiert und wollte es wagen. Schien mir ein gutes Angebot zu sein. Nun, war es auch.

Darf ich Vorstellen, das Fujitsu Kelvin Q700 NAS. Mehr Infos auf der Produktseite.

Hat eine ARM CPU mit 1.2 GHz, 1 LAN, 512 MB DDR2 RAM und ist sehr leise. Hat aber einen Lüfter (Der selten bis nie läuft?). Dazu einen Front-USB mit Taste für eine definierte Aktion und zwei USB Anschlüsse an der Hinterseite.

Mit einer SAMSUNG 2 TB SATA Festplatte (Spinpoint) braucht das NAS zwischen 11 Watt und 17 Watt. Das wirklich tolle war dann, als ich diesen Artikel gefunden habe: Link QNAP Forum

Hier wird genauestens beschrieben, wie durch ein Firmware Downgrade die Original Firmware eines QNAP TS-219 NAS installiert werden kann. Und danach kann auf jede beliebige neuere Version von QNAPs Firmware aktualisiert werden. TADA! Und jetzt hat man für wenig Geld ein TS-219 von QNAP. Was ist der Vorteil? Fujitsu brandet die Firmware von QNAP. Die Firmware von QNAP ist meistens etwas aktueller als die von Fujitsu. Man kann alles QPKG (Erweiterungspakete) von QNAP verwenden. Wer sich per SSH auf das NAS traut, kann dort noch weitere tolle Dinge tun.

Jetzt zurück zum Ausgang, günstiges Storage für KMU mit Backup. Dafür habe ich mir folgende Lösung überlegt:

RAID 1 ist KEIN Backup! Nochmals: KEIN Backup! Nur Ausfallschutz! Trotzdem nützt mir mein Backup oder meine Daten nichts, wenn diese nicht vor einem Festplattenausfall geschützt sind. Darum ist meine Strategie folgende:

Im NAS werden im Endausbau zwei 2 TB Festplatten im RAID 1 ihren Dienst tun. Damit ist ein Hardware-Ausfall abgefangen. Fürs Backup verwende ich das tolle Linux Tool rsnapshot. Kurze Beschreibung was das Tool macht:

rsnapshot is a filesystem snapshot utility for making backups of local and remote systems.

Using rsync and hard links, it is possible to keep multiple, full backups instantly available. The disk space required is just a little more than the space of one full backup, plus incrementals.

Macht Snapshots und nutzt dazu rsync und Hardlinks. Das heisst, es werden nur geänderte Daten geschrieben, die unveränderten werden bei jedem Snapshot nur als Hardlink verknüpft.

Im deutschen QNAP Club Forum findet man ein fertiges Paket mit einer eigenen Web-Oberfläche für rsnap. Genial! rsnap lässt sich so konfigurieren, dass wenn auf der Festplatte ein Share der mit „HDDIntern“ beginnt existiert, auch ein Backup auf der selben Disk gemacht werden kann. Damit hat man das Backup und die Daten auf der selben Disk, in zwei unterschiedlichen Shares. Durch die RAID 1 Absicherung ist das Backup und die Daten bei einem Disk-Ausfall noch vorhanden.

Der Aufmerksame Leser merkt das hier noch was fehlt. Genau: Offsite-Backup, sprich ein Backup an einem anderen Ort. Dafür bietet das NAS von Haus aus mehrere Möglichkeiten. Backup zur AMAZON S3 Cloud, rsync auf ein Remote-System (z.B. zweites NAS?), und Backup (Synchronisation) auf eine angeschlossene USB Festplatte. Somit kann hier frei gewählt werden was einem passt.

rsnap kann mit stündlichen, täglichen, wöchentlichen und monatlichen Snapshots konfiguriert werden. Hier habe ich zuerst 48 stündliche Snapshots definiert. Sobald diese 48 existieren werden diese bei jedem weiteren Snapshot rotiert, der älteste Snapshot wird gelöscht. Dazu habe ich noch 5 mal Daily eingerichtet. Sobald 48 stündliche Snapshots existieren, wird zum definierten Zeitpunkt ein daily.0 angelegt. Danach noch 5 mal wöchentlich und 60 mal monatlich und somit ist ein Backup auf 5 Jahre konfiguriert. Geht natürlich nur bei moderaten Datenmengen oder geringem Zuwachs.

Hier noch ein Link als Erinnerung zu einem kleinen Bug in rsnap, damit die Logs des Cron-Jobs auch im Fronten angezeigt werden.

Wer noch wissen will wie die QNAP Weboberfläche aussieht und was sie sonst noch alles bietet (Eine Menge!!!) findet hier eine Online-Demo.

Mit DPKG eine Liste der Installierten Software in eine Datei speichern:

dpkg –get-selections > /backup/software.log

Für den Restore:

dpkg –set-selections < /backup/software.log

Jetzt kann mit dselect die Liste der ausgewählten Programme angezeigt werden und mit i installiert werden.

dselect

Die Virtual Solution Box von aeXia (Übrigens ein Schweizer Unternehmen) ist eine Virtual Appliance (Fertige VM Maschine) die es ermöglicht, VM’s auf dem ESX Server zu sichern. Das ganze gibt es als gratis Test Version, die nur darin beschränkt ist, maximal 5 VM’s sichern zu können. VSB nutzt die integrierten ESX befehle um (soweit ich weiss) über die Snapshot funktion ein Backup einer laufenden Maschine anzulegen. Sicher einen Test Wert!